Fahrräder werden immer teurer – und sollten daher gut gesichert sein. Um Dieben das Handwerk so schwer wie möglich zu machen, kann jede und jeder ein paar Schutzvorkehrungen treffen. Diese Maßnahmen helfen.
1. Investiere in ein gutes Schloss
Diebstahlschutz beginnt mit einem guten Fahrradschloss. Experten empfehlen, etwa 10 bis 15 Prozent des Fahrradwerts in ein Schloss zu investieren. Ein einfaches Kabelschloss reicht als alleiniger Schutz nicht aus. Dieses können Diebe mit einem Bolzenschneider innerhalb von Sekunden leicht durchtrennen.
Gerade eine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber einem Bolzenschneider – einem von Dieben häufig genutzten Werkzeug – zeichnet ein hochwertiges Fahrradschloss aus. Als besonders sicher gelten massive Bügel-, Falt- oder Kettenschlösser, die folgende Eigenschaften besitzen:
- Sie bestehen aus gehärtetem Stahl.
- Sie haben einen möglichst dicken Bügel oder starke Kettenglieder.
- Sie haben einen hochwertigen Schließzylinder.
- Sie bieten wenig Angriffsfläche für Bolzenschneider.
Testsiegel von unabhängigen Prüforganisationen geben Verbrauchern Orientierung beim Kauf. So zertifiziert beispielsweise die VdS Schadenverhütung Fahrradschlösser mit gutem Sicherheitsniveau. Das Zertifikat gilt dann für Versicherer als Gütesiegel für ein Schloss, das erhöhte Sicherheitskriterien erfüllt. Die Qualitätseinstufungen der Hersteller sind ebenfalls ein Indikator. Was man dazu aber wissen sollte: Viele Marken verwenden eigene Sicherheitsstufen, die sich nur eingeschränkt vergleichen lassen.
Tipp: Sichere das Fahrrad am besten zweifach und kombiniere dazu zwei unterschiedliche Schlossarten. Wieso? Viele Diebe spezialisieren sich auf bestimmte Werkzeuge und Schlösser. Wer zum Beispiel ein Bügel- und zusätzlich ein Faltschloss nutzt, erhöht Aufwand und Risiko für Täter erheblich.
2. Schließe das Fahrrad an einem festen Gegenstand an
Das beste Schloss bringt nichts, wenn das Fahrrad einfach weggetragen werden kann. Deshalb sollten Fahrräder an festen Gegenständen gesichert werden, die selbst nicht leicht demontiert werden können. Viele Versicherungen – ob als Zusatzbaustein in der Hausrat oder als spezielle Fahrradpolice – fordern ohnehin, dass das Rad an einem ortsfesten, unbeweglichen Gegenstand angeschlossen wird, damit sie im Schadensfall leisten. Gut geeignete Plätze zum Abschließen sind:
- fest verankerte Fahrradständer,
- Laternenpfähle,
- massive Metallzäune oder Geländer,
- stabile Bäume.
Achtung vor manipulierten Fahrradständern: Diebe sägen mitunter Fahrradständer an und verdecken die Schnittstelle mit Aufklebern oder Klebeband, um angeschlossene Fahrräder einfach stehlen zu können. Oder sie zerstören das Betonfundament und stecken den Bügel nur lose in den Erdboden. Um nicht auf solche Manipulationen hereinzufallen, sollte jede und jeder den Fahrradständer leicht rütteln und auf auffällige Klebestellen prüfen. Beschädigte Metallbügel sollte man am besten meiden.
3. Schließe immer den Rahmen mit an
Ein häufiger Fehler beim Abschließen: Nur das Vorder- oder Hinterrad wird angeschlossen. Laufräder lassen sich aber schnell entfernen. Deshalb gilt: Das Schloss muss immer durch den Rahmen geführt werden. Idealerweise wird zusätzlich ein Rad mit gesichert (siehe Tipp 5).
4. Stelle dein Fahrrad möglichst an einem belebten Ort ab
Diebe scheuen die Öffentlichkeit, sie „arbeiten“ lieber im Verborgenen. Wer das Fahrrad an einem belebten und oder gut beleuchteten Ort abstellt, senkt das Risiko eines Diebstahls. Gute Abstellorte sind beispielsweise stark frequentierte Straßen und Plätze, Fahrradständer vor Einkaufsläden oder auch Orte mit Kameraüberwachung. In Hinterhöfen oder dunklen Seitenstraßen ist das Risiko dagegen wesentlich höher.
Noch besser sind Abstellplätze in einem Gebäude, zu dem Fremde nicht so einfach Zugang haben. Wer die Möglichkeit hat, sein Fahrrad auch unterwegs in einem Hauseingang, einer Tiefgarage oder einem separaten Fahrradkeller unterzustellen, sollte diese immer nutzen.
5. Sichere Laufräder und Sattel zusätzlich
Mitunter haben es Diebe nicht auf das Fahrrad abgesehen, sondern auf einzelne Bauteile. Vor allem Laufräder oder Sattel aus Carbon sind sehr teuer und entsprechend begehrt bei Kriminellen, zumal sich relativ gefahrlos verkaufen lassen. Solche wertvollen Komponenten verdienen daher einen besonderen Schutz. Laufräder und Sattel sollten nicht mit Schnellspannern montiert werden, die lassen sich quasi im Vorbeigehen lösen. Besser sind Schraubverbindungen oder verschließbare Schnellspanner. Für den Schutz von Laufrädern gibt es auch spezielle Achssicherungen. Und am wichtigsten: Bei Anschließen des Fahrrads immer ein Rad mit sichern. Als zusätzlicher Schutz für Räder sind auch Kabelschlösser gut geeignet.
6. Lege einen Fahrradpass an und lass das Fahrrad codieren
Falls das Fahrrad doch gestohlen wird, helfen genaue Informationen bei der Fahndung. Dazu sollte jeder einen Fahrradpass anlegen, den es bei vielen Händlern oder der Polizei gibt. Er enthält wichtige Informationen, die bei der Identifizierung der geklauten Räder helfen, beispielsweise Hersteller, Modell-Name, Rahmennummer, Schaltsystem, Anbauten oder sonstige auffällige Merkmale wie Schrammen. Das Pass sollte zusammen mit Fotos und Kaufbelegen vom Fahrraden aufbewahrt werden.
Zusätzlich ist eine Fahrradcodierung ratsam, die viele Polizeidienststellen und Fahrradhändler anbieten. Dabei wird ein Code per Gravur oder Spezialaufkleber am Fahrrad angebracht und zusätzlich das Rad in einer Datenbank registriert. Das schreckt Diebe oft ab und erleichtert die Zuordnung nach einem Fund.
7. Nutze GPS-Tracker zur Ortung deines Fahrrads
Mithilfe von GPS-Trackern können Fahrräder im Fall eines Diebstahls geortet werden. Einige Hersteller, insbesondere von Elektrofahrrädern, verbauen sie schon ab Werk, es gibt allerdings auch Geräte zum Nachrüsten. Kleine Tracker lassen sich gut verstecken, beispielsweise unter dem Sattel, im Rahmen, in der Klingel oder im Akkufach oder Motorgehäuse von E-Bikes. Manche Tracker kommen auch als getarnte Reflektoren oder Rahmenschloss daher.
Die Geräte brauchen Strom. Modelle für Elektrofahrräder nutzen meist deren Akkus, so dass sie ohnehin regelmäßig aufgeladen werden. Für herkömmliche Fahrräder muss die Batterie des Trackers regelmäßig aufgeladen werden, ansonsten ist das Gerät wirkungslos.
Wichtig zu wissen: Mit Trackern lassen sich Fahrräder nicht nur schnell aufspüren, einige Modelle dienen auch als Alarmanlage. Wird das Fahrrad unberechtigterweise bewegt, erhält der Besitzer des Fahrrads einen Hinweis auf sein Handy. Manche Geräte spielen auch ein akustisches Alarmsignal ab.
Auf den Versicherungsschutz für unterwegs achten!
Die meisten Fahrräder werden im öffentlichen Raum gestohlen und nicht aus dem eigenen Keller. Um auch in diesen Fällen abgesichert zu sein, brauchen Fahrradbesitzer einen „mobilen“ Schutz. Bei speziellen Fahrradversicherungen müssen sich die Versicherten keine Gedanken machen. Sie leisten auch, wenn ein Fahrrad beispielsweise vor dem Supermarkt gestohlen wird.
Bei der Absicherung des Fahrrads über die Hausratversicherung ist das anders. Der Versicherungsschutz erstreckt sich standardmäßig nur auf die Wohnung oder das Haus und die dazugehörigen Kellerräume. Damit das Fahrrad auch unterwegs gegen Diebstahl versichert ist, brauchen Versicherungsnehmer die sogenannte Fahrraddiebstahlklausel oder auch einfach nur Fahrradklausel.
Wichtig: Der Versicherungsschutz für unterwegs ist an zusätzliche Bedingungen geknüpft. Versicherer verlangen beispielweise, dass das Fahrrad mit einem zertifizierten Schloss an einem festen Gegenstand angeschlossen ist.






